{"id":13253,"date":"2023-08-25T08:24:27","date_gmt":"2023-08-25T08:24:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/?p=13253"},"modified":"2023-08-26T14:33:24","modified_gmt":"2023-08-26T14:33:24","slug":"neubau-karbonatisierungsanlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/index.php\/2023\/08\/25\/neubau-karbonatisierungsanlage\/","title":{"rendered":"Neubau Karbonatisierungsanlage"},"content":{"rendered":"<p>Im Feinanteil des Betongranulates kann biogenes CO<sub>2<\/sub> gespeichert werden. Das ist nicht neu, zumal jeder Beton im Laufe der Zeit CO<sub>2<\/sub> aufnimmt und karbonatisiert. Die Karbonatisierung von Beton ist eine der wichtigsten Ursachen f\u00fcr die Korrosion der Bewehrung und damit f\u00fcr Sch\u00e4den an Stahlbetonbauten und stellt ein ernst zu nehmendes Schadenpotenzial dar. Daher wird das Karbonatisierungsverhalten des Betons regelm\u00e4ssig \u00fcberpr\u00fcft, Karbonatisierungswiderst\u00e4nde m\u00fcssen garantiert werden.<\/p>\n<p><strong>Die Idee der Karbonatisierung des Betongranulates<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Hydratation des Zements entsteht Calziumhydroxid Ca(OH)<sub>2<\/sub>. Dieses ist verantwortlich f\u00fcr die hohe Alkalit\u00e4t des Zementsteins mit einem ph-Wert \u2265 12. Dieses Calziumhydoxid nimmt jedoch im Lauf der Zeit Kohlens\u00e4ure (CO<sub>2<\/sub>) aus der Luft auf und wird in CaCO<sub>3<\/sub> (Kalkstein) umgewandelt, was ein Absenken des pH-Werts auf etwa 9 zufolge hat. Der nat\u00fcrliche Prozess l\u00e4uft extrem langsam ab, bis Tausende von Jahren. Das CO<sub>2<\/sub> in der Luft macht nur 0.04 V-% aus. Dieser Prozess wird mit der Zugabe von reinem biogenem CO<sub>2<\/sub> massiv beschleunigt (erh\u00f6hter CO<sub>2<\/sub>-Parialdruck). Dabei wird nicht der Beton selbst karbonatisiert, sondern das Betongranulat, das aus mineralischen R\u00fcckbaumaterialien aufbereitet wird. Die gr\u00f6sste CO<sub>2<\/sub>-Senkenleistungen zeigen die feinen Fraktionen des Granulates. Der Brechprozess trennt den Zementstein vom nat\u00fcrlichen Gestein ab. Die feine Fraktion enth\u00e4lt mehr Zementstein bzw. Zementhydrat. So kann in feinen Fraktionen mehr CO<sub>2<\/sub> pro Masseneinheit gespeichert werden. Kleinere Partikel haben deutlich gr\u00f6sser Oberfl\u00e4che pro Masseneinheit (Reaktionsgeschwindigkeit ist proportional zur Oberfl\u00e4che der Partikel). Bei den gr\u00f6sseren Partikeln muss das CO2 zuerst durch das Porennetzwerk diffundieren, um an die oberfl\u00e4chenfernen Zementphasen zu gelangen.<\/p>\n<p>Die Karbonatisierung l\u00e4uft wie folgt ab:<\/p>\n<p>Ca(OH)<sub>2 <\/sub>+ CO<sub>2<\/sub> -&gt; CaCO<sub>3 <\/sub>+ H<sub>2<\/sub>O<\/p>\n<p>Wobei CaCO<sub>3<\/sub> nichts anderes als Kalziumkarbonat ist. Kalkstein, wie wir ihn aus den Schweizer Alpen zur Gen\u00fcge kennen (Schrattenkalk und Co). Pro Kubikmeter 0\/8 mm Betongranulat kann durch die Karbonatisierung ca. 20 kg CO<sub>2<\/sub> gespeichert werden. Wir rechnen mit einer j\u00e4hrlichen CO<sub>2<\/sub> Speicherung von ca. 500 Tonnen.<\/p>\n<p><strong>Positive Effekte der Karbonatisierung<\/strong><\/p>\n<p>Das karbonatisierte Betongranulat weist im Vergleich zu normalem Betongranulat eine verringerte Porosit\u00e4t und Wasseraufnahme auf. Die Verringerung der Porosit\u00e4t ist auf die Bildung von CaCO<sub>3<\/sub> im Porennetzwerk zur\u00fcckzuf\u00fchren, das mehr Platz einnimmt als die entsprechenden Zementminerale.<\/p>\n<p>Im Labor erh\u00f6ht das karbonatisierte Betongranulat die Druckfestigkeit des Betons. Im Labor konnte festgestellt werden, dass<\/p>\n<ul>\n<li>Beton mit karbonatisiertem Betongranulat ca. 10 N\/mm2 h\u00f6here Festigkeit als ein Beton ohne karbonatisiertem Betongranulat hat.<\/li>\n<li>RC-Beton mit karbonatisiertem Betongranulat mit gleicher Zementmenge produziert werden kann wie Beton mit prim\u00e4rer Gesteinsk\u00f6rnung.<\/li>\n<li>Beton mit karbonatisiertem Betongranulat ca. 20 kg Zement eingespart werden kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wird die industrielle Verfahrenstechnik perfektioniert, k\u00f6nnten die Werte an die Ergebnisse unter Laborbedingungen angen\u00e4hert werden.<\/p>\n<p><strong>Konzept der Karbonatisierungsanlage<\/strong><\/p>\n<p>Wir planen die erste Karbonatisierungsanlage der Schweiz, die vollst\u00e4ndig in die trockenmechanische Recycling-Aufbereitungsanlage integriert ist. Die Anlage erm\u00f6glicht einen optimalen Karbonatisierungsprozess der Feinanteile der Granulate und ben\u00f6tigt keine zus\u00e4tzlichen Baumaschinenstunden. F\u00fcr den Karbonatisierungsprozess verwenden wir das Verfahren der Firma neustark. Neustark wird uns auch das biogene CO<sub>2<\/sub> liefern.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13255\" src=\"https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1101\" srcset=\"https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-200x86.jpg 200w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-300x129.jpg 300w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-400x172.jpg 400w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-600x258.jpg 600w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-768x330.jpg 768w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-800x344.jpg 800w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-1024x440.jpg 1024w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-1200x516.jpg 1200w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-1536x660.jpg 1536w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/Karbonatisierungsanlage-scaled.jpg 2560w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p>\n<p><strong>Woher stammt das biogene CO<sub>2<\/sub>?<\/strong><\/p>\n<p>Biogene CO\u2082-Emissionen stammen aus der Verarbeitung von biologischen Materialien wie Pflanzen und B\u00e4umen (z.B. durch Verbrennung oder Fermentation). Bei der Verbrennung von Biomasse wird CO\u2082 freigesetzt, der Teil des biogenen Kohlenstoffkreislaufs ist. Dies steht im Gegensatz zur Verbrennung fossiler Brennstoffe, bei der CO\u2082 freigesetzt wird, der seit Millionen von Jahren im Boden eingeschlossen ist. Mit anderen Worten: Bei der Verbrennung von Biomasse wird das CO\u2082, das w\u00e4hrend des Wachstums der Pflanzen aufgenommen wurde, einfach wieder in die Atmosph\u00e4re abgegeben. Der Prozess ist in sich CO\u2082-neutral. Da wir biogenes CO\u2082 verwenden, entstehen beim Prozess negative Emissionen.<\/p>\n<p>Die erste CO\u2082-Quelle von neustark ist die Biogasanlage ARA Region Bern in der Schweiz. Derzeit werden neue Projekte mit CO\u2082-Quellen realisiert und weitere Partnerschaften gepr\u00fcft, um m\u00f6glichst kurze Distanzen zwischen den Quell- und Speicherstandorten zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><strong>Geht das gespeicherte CO2 irgendwann mal wieder zur\u00fcck in die Atmosph\u00e4re?<\/strong><\/p>\n<p>Nein. Der Karbonatisierungsprozess erm\u00f6glicht eine dauerhafte CO\u2082-Speicherung. Selbst wenn der Beton, in dem das CO\u2082 gespeichert ist, immer wieder abgerissen wird, wird das CO\u2082 nicht wieder in die Atmosph\u00e4re freigesetzt. CaCO3 gilt als eine der dauerhaftesten Arten, um Kohlenstoff zu binden. Nur Temperaturen von \u00fcber 600\u00b0C oder sehr starke S\u00e4uren k\u00f6nnten das gebundene CO\u2082 wieder freisetzen. Damit ist sichergestellt, dass das CO\u2082 im Beton gespeichert bleibt, auch wenn dieser nach der Wiederverwendung erneut abgerissen wird.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-13260\" src=\"https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24.jpg\" alt=\"\" width=\"2500\" height=\"1667\" srcset=\"https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-200x133.jpg 200w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-400x267.jpg 400w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-600x400.jpg 600w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-800x533.jpg 800w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/LZ-2023-08-24.jpg 2500w\" sizes=\"(max-width: 2500px) 100vw, 2500px\" \/>Artikel Luzerner Zeitung vom 24.08.2023. Foto: Eveline Beerkircher. <a href=\"https:\/\/www.loetscher-kiesbeton.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/08\/2023_08_24-LZ-Ballwiler-speichern-CO2-im-Beton.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Artikel Luzerner Zeitung<\/a><\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.neustark.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.neustark.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Feinanteil des Betongranulates kann biogenes CO2 gespeichert werden. Das ist nicht neu, zumal jeder Beton im Laufe der Zeit CO2 aufnimmt und karbonatisiert. Die Karbonatisierung von Beton ist eine der wichtigsten Ursachen f\u00fcr die Korrosion der Bewehrung und damit f\u00fcr Sch\u00e4den an Stahlbetonbauten und stellt ein ernst zu nehmendes Schadenpotenzial dar. 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